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Der Markt für Plattformversorgungsschiffe

Der Markt für Plattform-Versorgungsschiffe
Mit rund sechzig Prozent haben Öl und Gas den größten Anteil an der weltweiten Energieversorgung. Daran wird sich auch auf lange Sicht nichts ändern: Die International Energy Agency (IEA) prognostiziert, dass selbst im Jahr 2030 noch 55 Prozent des Energiebedarfs über diese beiden Stoffe gedeckt werden. Der Verbrauch ist in den letzten Jahren im Zuge der Industrialisierung der Schwellenländer und des globalen Bevölkerungswachstums rapide angestiegen. Lagen die Wachstumsraten in den fünf Jahren von 1996 bis 2001 bei durchschnittlich 1,1 Prozent im Jahr, haben sie sich in den Jahren bis 2007 auf 2,9 Prozent nahezu verdreifacht. Selbst wenn sich der Zuwachs durch die aktuelle Krise verlangsamt hat, könnte bei einem Aufschwung ab 2010 die globale Ölnachfrage auch zu einem Versorgungsengpass führen. Die Entwicklung hat eine erhebliche Steigerung des Ölpreises zur Folge. In ihrem Bericht geht die IEA davon aus, dass der Ölpreis dann den Höchststand vom Sommer 2008 noch übertreffen wird und bis zu 200 Dollar pro Barrel erreichen könnte.
Für Plattformversorgungsschiffe beginnt ein goldenes Zeitalter
Da landseitig ein großer Teil der vorhandenen Reserven fossiler Energieträger bereits erschlossen ist, steigen die Aktivitäten im so genannten Offshore-Bereich. Das bedeutet, dass vermehrt auf dem Grund des Meeres Öl- und Gasvorkommen gesucht und gefördert werden. Moderne Technologien gestatten in diesem Zusammenhang eine immer größere Entfernung zu den Küsten und Bohrungen in größeren Wassertiefen um die 3.000 Meter. So beträgt der Anteil der Offshore-Förderung an der Gesamtproduktion heute schon 35 Prozent, Tendenz steigend. Die höchsten Wachstumsraten verzeichnet die Tiefseeförderung, 2012 soll deren Anteil schon bei zehn Prozent liegen. Zwei Funde vor der Küste Brasiliens sollen die Dimensionen zeigen, in denen wir uns bewegen: Das staatliche Energieunternehmen Petrobras hat im Santos-Becken rund 280 Kilometer vor der Küste Rio de Janeiros Öl- und Gasfelder mit Reserven zwischen fünf und acht Milliarden Barrel entdeckt ("Tupi-Feld"). 2008 wurde das "Iara-Feld" aufgetan, dessen Volumen weitere vier Milliarden Barrel betragen soll. Insgesamt liegt der Anteil Brasiliens bei 25% der weltweiten Offshore-Vorkommen. Große Potenziale bestehen auch in den Gebieten vor Westafrika (vor allem Nigeria und Angola) und im mittleren Osten.
Die Versorgung der Hubinseln (bei niedrigeren Wassertiefen) sowie Bohrschiffe und Halbtaucher (bei größeren Wassertiefen) stellen die mit der Förderung beschäftigten Unternehmen und Personen vor große Herausforderungen. So genannte Platform Supply Vessels (PSV) sind hier absolut unverzichtbar. Diese transportieren wichtige Versorgungsgüter wie beispielsweise Bohrschlamm, Frischwasser, Brennstoff, Zement, Bohrgestänge, Ersatzteile und Proviant. Bei widrigen Wetterbedingungen befördern diese Spezialschiffe auch das Personal, das sonst mit dem Hubschrauber zu den Plattformen geflogen wird. Zudem müssen die Plattformversorger direkt an den Fördereinheiten schwierige Manöver durchführen, was hohe Anforderungen an Schiff und Besatzung stellt. Das starke Wachstum der Bohr- und Fördereinheiten sowie die Expansion in küstenfernere Regionen lässt den Bedarf gerade an größeren PSV in die Höhe schnellen.
Zurzeit besteht die weltweite Flotte aus 901 Schiffen, die sich in kleine (bis 1.999 tdw), mittlere (bis 3.999 tdw) und große (ab 4.000 tdw) PSV unterteilt. Momentan ist der Anteil der großen Schiffe mit 122 noch relativ gering, er wird aber steigen. Rund zwei Drittel der kleinen PSV sind älter als zwanzig Jahre und die Nachfrage nach diesen Schiffen ist wegen der heute höheren Anforderungen an die PSV nicht mehr so groß. Größere Einheiten sollen künftig deren Dienste mit übernehmen. Zahlreiche Einsatzgebiete rund um den Globus - so vor allem in Brasilien, in der Nordsee, Westafrika, aber auch im mittleren Osten und im asiatisch-pazifischen Raum lassen eine hohe Auslastung großer Plattformversorger erwarten.
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