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Offene Immobilienfonds: Wie geht es weiter

Offene Immobilienfonds: Wie geht es weiter

Zur Erinnerung:

Offene Immobilienfonds kaufen meist große Büro-, Einzelhandels– oder Firmenimmobilien und wollen den Investoren eine im Vergleich zu Aktien  deutlich sicherere Anlagemöglichkeit bieten. Denn in der Regel bleiben die Einnahmen aus der Vermietung der Immobilien sowie ihr Verkaufswert relativ konstant.  So erzielten die offenen Immobilienfonds (Europa) in den vergangenen zehn Jahren im Schnitt 4,32% jährlich, bei einem Schwankungsrisiko von gerade mal 0,58%.

 

Was als sichere Basisinvestition für den Privatanleger gedacht war, wurde allerdings von vielen institutionellen Investoren (Vermögensverwalter, Dachfonds u.a.)  als äußerst attraktiver Liquiditätsparkplatz mit stabilem Wertzuwachs  und großem Steuervorteil angesehen und quasi als Geldmarkt-Ersatz missbraucht.

 

Im Zuge der Finanzkrise verkauften nun viele dieser institutionellen Anleger   ihre Anteile an Immobilienfonds. Die Fonds konnten diese Rückgaben nur im Rahmen ihrer vorhandenen Liquidität auszahlen. Um jedoch nicht Immobilien in der derzeit schwierigen Marktsituation unter Wert verkaufen zu müssen, wurde bei den meisten am Markt befindlichen Fonds die Rücknahme von Anteilen ausgesetzt.

 

Dies geschah und geschieht zum Schutz der vorwiegend privaten Anleger, die auch weiterhin eine sichere Geldanlage mit stabilem Wertzuwachs in ihren Depots haben möchten.

 

In dieser Zeit sind die Fonds gemäß Investmentgesetzt verpflichtet, die Liquiditätssituation des Sondervermögens weiter auszubauen. Sie müssen die Veräußerung von Vermögenswerten (Immobilien) zu angemessenen Bedingungen prüfen und – wie schon bei einigen Fonds geschehen – durchführen.

 

Des weiteren wird die Zeit der Rücknahme-Aussetzung von allen Anbietern der Branche genutzt werden, um  mit dem Bundesverband Investment und Asset Management (BVI) weitere Gespräche zur strategischen Weiterentwicklung der offenen Immobilienfonds zu führen.

 

Langfristig orientierte Anleger in offenen Immobilienfonds müssen endlich vor kurzfristig orientierten Anlegern wirksam geschützt werden. Daran führt kein Weg vorbei, wollen die Fondsanbieter auch aus dieser Krise gestärkt hervorgehen. Die beschriebene Problematik ließe sich rasch entschärfen, beispielsweise durch zeitlich gestaffelte Rücknahmeabschläge.

 

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