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Börsen: Übertriebener Pessimismus?
Börsen: Übertriebener Pessimismus?
Der US-Investor und Milliardär Warren Buffett glaubt, dass die Börsen den Boden gefunden haben und der nächste Aufschwung bevorsteht.
Anders ist seine kürzlich publik gewordene Einkaufstour nicht zu verstehen. Und sein Handeln entspricht auch seiner Maxime, mit der er unsagbar reich geworden ist:
„Sei ängstlich, wenn alle anderen gierig sind, und gierig, wenn die Anderen Angst haben.“
Und tatsächlich sieht die Presse „Die Welt am Abgrund“ (<//span>Capital 20/08) oder fragt besorgt „Wer rettet die Welt?“ (WiWo 42/08) Furchtlose interpretieren derartige Stimmungsmache als Signal zum vorsichtigen Wiedereinstieg.
Aber wer garantiert einem, dass die Kurse nicht noch tiefer fallen? Buffett weiß es auch nicht, ist aber der festen Überzeugung, dass Aktien jetzt günstig sind.
Seit Januar sind die Börsenbarometer in den Industrieländern um etwa 40% gesunken. Die aktuellen Kurse und Bewertungsniveaus spiegeln bereits eine harte Rezession und massive Gewinneinbrüche in den Unternehmen wider. In den Preisen inbegriffen ist auch, dass es lange Zeit dauern wird, bis die Rekordgewinne wieder erreicht werden.
Aber nicht nur die Bewertung spricht für jetzt Aktien. Hinzu kommt, dass Öl und Rohstoffe deutlich billiger geworden sind. Zugleich wächst der Spielraum der Notenbanken für weitere Zinssenkungen. Und in vielen europäischen Unternehmen freuen sich die Manager über die sehr hilfreiche Tatsache, dass der Dollar gegenüber dem Euro seit Januar um 20% zugelegt hat. Für Betriebe mit hohem Exportanteil ist das ein Segen.
Die Gretchenfrage lautet jetzt:
Wie tief wird die Rezessíon und wie lange dauert sie?
Der Internationale Währungsfonds IWF hat für Rezessionen, die mit sinkenden Immobilienpreisen und einer Kreditklemme einhergehen eine durchschnittliche Dauer von ca. 14 Monaten berechnet. Die Talfahrt der Wirtschaft könnte also Ende 2009 vorbei sein. Da Aktienmärkte das Konjunkturtief 6 bis 12 Monate vorher ausloten, wäre der Boden vielleicht tatsächlich bald erreicht. Auf alle Fälle werden starke Nerven gebraucht.


