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Leiden Sie auch an Blasenbildung
Leiden Sie auch an Blasenbildung
Von: Joachim DolatschkoGold: Nicht einsteigen. Verkaufen!
Nein, die Überschrift deutet nicht auf einen
medizinischen Artikel, in dem über die
Unannehmlichkeit von Wasserblasen oder
andere im menschlichen Körper befindliche
Blasen gesprochen wird.
Ich schreibe über Finanzblasen.
In Anlehnung an das Beispiel des Vermögensverwalters Thomas Grüner,
bitte ich Sie sich vorzustellen, dass die Finanzmärkte aus insgesamt lediglich
100 Marktteilnehmern bestehen würden.
Alle 100 sind Optimisten. Sie sitzen alle in einem Raum. Und jeder hat
bereits Gold gekauft. Jetzt warten alle darauf, dass der Goldpreis weiter
steigt. Er steigt aber nicht weiter, denn jeder der 100 Käuferhat sich
bereits mit Gold eingedeckt.
Nach einer Weile merkt der Erste, dass es keine neuen Käufer mehr gibt,
und beginnt zu verkaufen. Das versuchen nun immer mehr. Der Preis fällt
ständig schneller und schließlich sogar dramatisch.
Erst wenn Angebot und Nachfrage, auf einem deutlich niedrigeren Marktpreis
wieder ausgeglichen sind, stabilisiert sich die Situation.
Finanzblasen sind gefährlich für Ihr Portemonnaie. Sie entstehen, wenn alle
das Gleiche erwarten. Jeder erwartet z.B., dass die Wirtschaft vor die Hunde
geht. Der Goldpreis steigt.
Am 22.8.2011, als der Goldpreis pro Feinunze auf 1.898 USD stand, hat wohl
der letzte Optimist gekauft, der an eine weitere Goldpreiserhöhungen geglaubt
hat. Danach gab es erst mal eine Preiskorrektur nach unten.
Vielleicht kann man darüber nachdenken, welche Dividende Gold erzielt , welche
Zinsen Gold erwirtschaftet, welche Mieteinnahmen oder andere laufende Erträge
Gold erzielt? Keine? Richtig.
Gold ist ein reines Spekulationsobjekt für die Optimisten, die glauben, dass sich
noch nicht alle mit Gold eingedeckt haben und deswegen der Marktpreis durch
weitere Nachfrage weiter steigt.
Ach ja, die Funktion als Notgroschen habe ich noch vergessen. Vielleicht sind wir
Deutschen an der Stelle besonders empfindsam. Zwei verlorene Kriege prägen.
Nur, wir haben keinen Krieg. Gold also als Schutz gegen einen kompletten Crash
des Weltfinanzsystems? Für diesen Fall macht der DWS Chefvolkswirt, Johannes
Müller, wie er im Magazin „Das Investment.com“ geschrieben hat, ein Angebot:
Im Ernstfall tauscht er eine Dose Ravioli gegen einen Barren Gold. Solange der
Vorrat reicht. Ich neige dazu mich ihm anzuschließen.
Der Leiter institutionelles Wertpapiergeschäft bei SEB Asset Management, Stefan
Klomfass weist übrigens darauf hin, dass man bei Gold derzeit mit Rückschlägen
bis auf 900 USD pro Feinunze rechnen muss, was einem Rückschlag von über 50%
vom Höchststand entspricht.
Seine Meinung: „Gold als Krisenwährung steigt historisch betrachtet jeweils vor
und mitunter noch während der Krise, aber nicht mehr danach“. Außerdem meint
er, dass die Staatsschuldenkrise in der Eurozone einen Punkt erreicht hat, bei dem
ein weiter steigender Goldpreis unwahrscheinlich sei.
Neben dem Rückgang der Schmucknachfrage, führe der verstärkte Verkauf von
Zentralbankgold und der zunehmende Verkauf von Gold-ETFs zu eher sinkenden
Goldpreisen.


