Kompetenzzentrum für Altersvorsorge und Kapitalanlage

Leiden Sie auch an Blasenbildung

15.11.2011

Leiden Sie auch an Blasenbildung

Von: Joachim Dolatschko

Gold: Nicht einsteigen. Verkaufen!

Goldchart von 1979 bis 2011

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Nein, die Überschrift deutet nicht auf einen

medizinischen Artikel, in dem über die

Unannehmlichkeit von Wasserblasen oder

andere im menschlichen Körper befindliche

Blasen gesprochen wird.

 

Ich schreibe über Finanzblasen.

 

In Anlehnung an das Beispiel des Vermögensverwalters Thomas Grüner,

bitte ich Sie sich vorzustellen, dass die Finanzmärkte aus insgesamt lediglich

100 Marktteilnehmern bestehen würden.

 

Alle 100 sind Optimisten. Sie sitzen alle in einem Raum. Und jeder hat

bereits Gold gekauft. Jetzt warten alle darauf, dass der Goldpreis weiter

steigt. Er steigt aber nicht weiter, denn jeder der 100 Käuferhat sich

bereits mit Gold eingedeckt.


Nach einer Weile merkt der Erste, dass es keine neuen Käufer mehr gibt,

und beginnt zu verkaufen. Das versuchen nun immer mehr. Der Preis fällt

ständig schneller und schließlich sogar dramatisch.


Erst wenn Angebot und Nachfrage, auf einem deutlich niedrigeren Marktpreis

wieder ausgeglichen sind, stabilisiert sich die Situation.


Finanzblasen sind gefährlich für Ihr Portemonnaie. Sie entstehen, wenn alle

das Gleiche erwarten. Jeder erwartet z.B., dass die Wirtschaft vor die Hunde

geht. Der Goldpreis steigt.


Am 22.8.2011, als der Goldpreis pro Feinunze auf 1.898 USD stand, hat wohl

der letzte Optimist gekauft, der an eine weitere Goldpreiserhöhungen geglaubt

hat. Danach gab es erst mal eine Preiskorrektur nach unten.


Vielleicht kann man darüber nachdenken, welche Dividende Gold erzielt , welche

Zinsen Gold erwirtschaftet, welche Mieteinnahmen oder andere laufende Erträge

Gold erzielt? Keine? Richtig.

Gold ist ein reines Spekulationsobjekt für die Optimisten, die glauben, dass sich

noch nicht alle mit Gold eingedeckt haben und deswegen der Marktpreis durch

weitere Nachfrage weiter steigt.


Ach ja, die Funktion als Notgroschen habe ich noch vergessen. Vielleicht sind wir

Deutschen an der Stelle besonders empfindsam. Zwei verlorene Kriege prägen.

Nur, wir haben keinen Krieg. Gold also als Schutz gegen einen kompletten Crash

des Weltfinanzsystems? Für diesen Fall macht der DWS Chefvolkswirt, Johannes

Müller, wie er im Magazin „Das Investment.com“ geschrieben hat, ein Angebot:

Im Ernstfall tauscht er eine Dose Ravioli gegen einen Barren Gold. Solange der

Vorrat reicht. Ich neige dazu mich ihm anzuschließen.

 

Der Leiter institutionelles Wertpapiergeschäft bei SEB Asset Management, Stefan

Klomfass weist übrigens darauf hin, dass man bei Gold derzeit mit Rückschlägen

bis auf 900 USD pro Feinunze rechnen muss, was einem Rückschlag von über 50%

vom Höchststand entspricht.

Seine Meinung: „Gold als Krisenwährung steigt historisch betrachtet jeweils vor

und mitunter noch während der Krise, aber nicht mehr danach“. Außerdem meint

er, dass die Staatsschuldenkrise in der Eurozone einen Punkt erreicht hat, bei dem

ein weiter steigender Goldpreis unwahrscheinlich sei.

Neben dem Rückgang der Schmucknachfrage, führe der verstärkte Verkauf von

Zentralbankgold und der zunehmende Verkauf von Gold-ETFs zu eher sinkenden

Goldpreisen.