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Ist es richtig Griechenland zu unterstützen?

18.05.2010

Ist es richtig Griechenland zu unterstützen?

Viele Deutsche sind derzeit ungehalten über die finanzielle Unterstützung Griechenlands. Zu Recht? Lassen Sie uns an einem Beispiel mögliche Folgen untersuchen.

Kommentar

 

Ob 25 Mrd. Euro oder 110 Mrd. Euro. Wie hoch die Summe am Ende sein wird, mit der Griechenland unterstützt wird, kann heute noch niemand genau sagen.

Manch einer sehnt sich zurück zur guten alten D-Mark und man fühlt sich schon als Zahlmeister der EU.

 

Die Frage ist aber, wer profitiert von der Stützung Griechenlands und welche Auswirkungen kann das haben.

 

Zunächst müssen wir uns fragen, wer denn im Besitz der griechischen Staatsanleihen ist, wer also im Fall eines griechischen Bankrotts die Zeche zu bezahlen hätte. Und das würde ich gerne an einem Beispiel zeigen.

 

Die Allianz, Deutschlands größter Versicherer, verwaltet ein Rentenportfolio in Höhe von 382 Mrd. Euro (Stand 31.3.2010). Hierbei handelt es sich um Gelder von Lebens- und Rentenversicherungssparer.

 

Davon sind ca. 3,75% in Staatsanleihen von Spanien, Griechenland, Irland und Portugal investiert.

 

Rentenportfolio der Allianz

 

Durch die Stützung Griechenlands wird also zunächst mal verhindert, dass diese Anleihen wertlos werden bzw. an Wert verlieren.

Wer profitiert davon? Genau, der Lebens- und Rentenversicherungssparer.

 

Was kann passieren?

 

Szenario 1: Griechenland kann die Stützungsgelder zurück bezahlen.

In diesem Fall haben die griechischen Steuerzahler den deutschen Lebens- und Rentenversicherungssparer eine schöne Rendite zukommen lassen, da sich deutsche Staatsanleihen (zwar sicherer) leider nicht so hoch verzinsen. Der Sparer ist gerettet.

 

Szenario 2: Griechenland kann die Stützungsgelder nicht zurück bezahlen.

In diesem Fall wird Deutschland und damit die Steuerzahler die Griechenlandhilfen aus eigener Tasche zurück zahlen müssen. Die Staatsanleihen z.B. im Portfolio der Allianz werden abgewertet und der Lebens- und Rentenversicherungssparer wird dadurch eine geringere Rendite bekommen. Im Gegensatz zum Szenario 1 erhöht sich in diesem Fall der Schaden um die erhöhten Steuern, die zur Tilgung der Griechenlandhilfen dann von den Deutschen zu zahlen sind.

 

Fazit: Durch die Griechenlandhilfen wird das Risiko für den Bürger erhöht. Hätte man eine geordnete Staatspleite Griechenlands in Kauf genommen, wäre der Schaden bei Sparern und Banken und anderen Einrichtungen, die griechische Titel halten, sofort eingetreten. Jetzt sind wir in der Situation, dass wir das Spiel  "Alles oder Nichts" spielen. Das Risiko hat sich erhöht. Wie das Spiel ausgeht wird die Zukunft zeigen. Nicht nur Spekulanten zocken, auch Politiker.