Kompetenzzentrum für Altersvorsorge und Kapitalanlage

Intransparente Transparenz

29.06.2010

Intransparente Transparenz

Von: Joachim Dolatschko

Seit 4 Jahren gibt es innovative Produkte bei Rentenversicherungen: Dynamische Hybride und ICPPI-Modelle (Indivdual Constant Proportion Portfolio Insurance). Diese Produkte bieten dem Endverbraucher Beitragsgarantien und die Aussicht dennoch zu einem hohen Anteil in ertragreichen Aktien investiert zu sein. Das richtige Produkt für Kapitalanleger, die in den letzten 10 Jahren von 2 großen Aktienkrisen heimgesucht wurden, möchte man meinen. Leider erfüllen bei weitem nicht alle diese Produkte die Erwartungen, die an sie gestellt werden.

Warum ist das so?

 

1. Kostenintransparenz

Seit dem 1.1.2008 sind die Versicherer zwar verpflichtet die Kosten im Produktinformationsblatt aufzudecken, jedoch gilt das nicht für die Kapitalanlagekosten. So gehen manche Versicherer den Weg die Versicherungskosten in die „unsichtbaren“ Kapitalanlagekosten umzuleiten.

 

2. Unsicherheit bzgl. Risiko– und Gewinnchancen

Je nachdem wie die Garantiemodelle gestaltet sind, können unterschiedlich große Anteile in dem lukrativeren Aktienmarkt investiert sein. Oft jedoch ist dieser Anteil sehr viel kleiner als man erwarten könnte. Uns sind Tarife bekannt, die erst im letzten Drittel einer 25-jährigen Laufzeit überhaupt in Aktien investieren. Daraus ergeben sich so genannte implizite Garantiekosten. Das bedeutet, dass manche Garantien Ihre Gewinnchancen erheblich beschneiden. Das tragische dabei: nicht einmal die Vermittler sind in der Lage die Produkte richtig einzuschätzen und eine qualifizierte Aussage hinsichtlich der Chancen und Risiken zu treffen.

Doch dieses Problem scheint nun gelöst. Die ITA (Institut für Transparenz in der Altersversorgung) hat ein Expertensystem entwickelt, das die verschiedenen Produktsysteme in einer Chancen-Risikomatrix abbildet (siehe Abbildung) - und das nach Kosten. Dabei repräsentiert jeder Punkt einen Tarif.

 

Auf der vertikalen Achse kann man die Durchschnittsrenditen nach Kosten ablesen, die mittels 10.000 zufälliger Simulationen ermittelt wurden.

 

Risiko-Rendite-Matrix für fondsgebundene Rentenversicherungen

 

Auf der horizontalen Achse ist das simulierte Risiko abzulesen. Diese Risikokennzahl drückt den Durchschnitt der 1000 schlechtesten Simulationsergebnisse aus.

Ein Simualationsergebnis von z.B. –3% bedeutet, dass in den schlechtesten 10 Prozent der Simulationen eine durchschnittliche Rendite von –3% erzielt wurde. Die Risikokennzahl gibt damit an, ob ein Produkt tendenziell sicherer ist als ein anderes.

Wie Sie an der Matrix sehen, sind die sichersten Produkte nicht die mit der höchsten Renditeerwartung. Umgekehrt sind die Produkte mit der höchsten Renditeerwartung nicht die sichersten. Produkte, die aber bei einer Rendite-Risiko-Kennzahl von 1,18%/1,01% liegen, sollten ausscheiden. Rufen Sie uns an, wenn Sie mehr hierzu wissen möchten. Die fc ist Lizenznehmer dieses Expertensystems.